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By Katrina Pfundt

Der Umgang mit der HIV-Infektion wird nicht nur durch die gesellschaftliche Konstruktion der Infektion als Stigma, sondern gleichsam durch makropolitische Implikationen und Kräfteverhältnisse strukturiert. Die Zusammenführung empirisch-qualitativer Forschung ("narrative Interviews") mit dem von Foucault entwickelten Konzept der Gouvernementalität ermöglicht es zu zeigen, wie die medizinische, gesellschaftliche und biographische Regierung der HIV-Infektion verläuft und mit welchen Problematiken und Effekten dies für Betroffene verbunden ist. Im Mittelpunkt steht damit eine "Analytik der Machtbeziehungen" (Foucault), die Fremd- und Selbstführung in die Perspektive nimmt.

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Mit der Annahme dezentrierter Strukturen überwinde Derrida nicht nur die Theorie de Saussures, sondern enthebe gleichsam das Zeichenverständnis von seinen metaphysischen Implikationen (Frank 1984: 96). 1 Von der Zentrierung zur Dezentrierung des Subjekts 43 tems, bevor es identifizierend auf sich selbst zurückkommt (Frank 1984: 95). Aus dieser Perspektive werde die Differenz ursprünglicher als die Identität und damit der metaphysische Grundsatz unmöglich, dass ein Teilchen des Systems (oder außerhalb des Systems) unmittelbar mit dem Zentrum oder dem Prinzip vertraut sei (Frank 1984: 96).

Denn der Einzelne kann die Sprache „für sich alleine weder schaffen noch umgestalten“, sondern sich dieselbe nur mittels Aneignung „einregistrieren“, wie er betont (de Saussure 1931: 116). Damit fungiert das Subjekt nicht länger als „Ort der souveränen Rede“ (Raab 1989: 12). Das Subjekt, auf Sprache angewiesen um sich darzustellen, könne nur auf das bereits vorhandene Sprachsystem und die in diesem bereitgestellten Positionierungsmöglichkeiten zurückgreifen (Raab 1989: 12). Dementiert werde damit die Vorstellung, das Subjekt wähle seine Deutung der Welt souverän und kraft seiner eigenen Autarkie, während es doch zu seinem Selbstverständnis gelange, indem es in einer Tradition (Gadamer), einem Diskurs (Foucault) oder in einem strukturalen Feld (Althusser) stehe (Frank 1984: 129).

Weitere Gemeinsamkeiten und Differenzen lassen sich ausweisen. Gemeinsam ist beiden nicht nur die Hinwendung zu Strukturen, sondern auch die Konsequenz, die sie daraus für die Position des Subjekts ableiten: Wie im Strukturalismus entheben auch die VertreterInnen des Poststrukturalismus das Subjekt von seiner sinnkonstituierenden Position (Münker et al. ). Nicht das Subjekt, sondern die Sprache sei es, die aus dieser Perspektive „jeder individuellen Praxis der Sinnstiftung und Bedeutungszuschreibung immer schon vorgängig“ ist (Münker et al.

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